Wir haben beide zwei Jahrzehnte an großen Implementierungen gearbeitet — häufig ERP mit den umliegenden Anwendungen für Produktdaten, Purchase-to-Pay, Lager und Planung. Immer in kleinen Teams, nah am ERP und an den angrenzenden Systemen. Unsere Einschätzung ist daher keine Theorie aus der Distanz. Wir haben diese Landschaften immer wieder von innen erlebt.
Mit jedem Programm wurde eine Erkenntnis deutlicher: Die meisten Unternehmen nutzen nur einen Bruchteil ihres ERP. Und die spezifischen Prozesse in Satellitenanwendungen? Auch diese Werkzeuge bleiben in der Praxis oft hinter den Erwartungen zurück — zu schwerfällig, zu allgemein und zu teuer für das, was sie tatsächlich leisten.
So entstand die Idee. Ein ERP funktioniert hervorragend als Transaktionsmaschine — häufig sogar eine Nummer kleiner als heute, mit allen damit verbundenen Vorteilen. Die wirklich spezifischen Prozesse, die kein Standardpaket gut abdeckt, sollten maßgeschneidert entwickelt werden. Der Übergang von einer ERP-Transaktion in einen solchen fokussierten Prozess ist fast immer überschaubarer, als er zunächst wirkt.
Das Problem war: Eine kleine maßgeschneiderte Anwendung ließ sich früher wirtschaftlich kaum rechtfertigen. Genau deshalb entstanden all die standardisierten SaaS-Satellitenanwendungen mit Lizenz- und Betriebskosten. Vollkommen logisch. Nicht mehr logisch ist es, sich angesichts der heutigen Möglichkeiten weiterhin damit zufriedenzugeben.